Schulden – Das Thema Nr. 1 in unserer heutigen Zeit


Wir haben ein Schuldgeldsystem, das bedeutet Geld entsteht ausschließlich durch Kreditaufnahme. Wenn jemand hohe Schulden hat, bzw. die Schulden zunehmen, dann nehmen auf der anderen Seite auch irgendwo die Guthaben zu. Einfach zu sagen „Der eine wird ärmer der andere reicher“ – wäre nicht ganz richtig, denn viele Projekte beginnen mit einer Kreditaufnahme, das heißt im Minus und enden mit einem saftigen Gewinn.

Richtig ist, wenn jemand infolge einer Kreditaufnahme Zinsen bezahlen muss, bekommt auf der anderen Seite jemand diese Zinsen. Das Geld für diese Zinsen ist aber zuerst einmal gar nicht im System vorhanden, es muss erschaffen werden und zwar mit neuer Kreditaufnahme. Dieser Prozess läuft expotential, das heißt immer schneller ab und erhöht damit auch die Geldmenge auf immer schnellerem Weg. Allen Schulden auf der Welt steht gleich viel Guthaben gegenüber. Da dies so ist, brauchen wir immer wieder Wirtschaftswachstum, denn wo sonst, soll das Geld herkommen, wenn niemand neue Schulden aufnimmt. Schuldner können sein: Der Bürger, die Industrie oder der Staat. Würde der Staat also zum Beispiel keine Schulden mehr machen, müsste dieser Part durch die Bürger oder der Industrie ausgeglichen werden um das Geldmengenwachstum und Wirtschaftswachstum am Laufen zu halten. Es ist immer wieder zu beobachten dass in Phasen geringer Kreditvergabe an die Industrie, der Staat die Schulden dafür umso mehr erhöht, zum Beispiel mit Konjunkturprogrammen. Wenn also der produktive Zweig nicht auf natürlichem Weg Wachstum schafft, versucht der Staat dies zu erzwingen. Dies endet oftmals mit völlig irrsinnigen oder nutzlosen Investitionen.

Wer selbst keine Schulden hat, hat trotzdem welche, nämlich die, die der Staat im Namen der Bürger aufgenommen hat. Das Geld um die Zinsen für diese Schuldenberge bezahlen zu können, holt der Staat über die Steuer herein. Die Schulden der Industrie werden über die Produkte bezahlt, die über die Ladentheke gehen, denn die Zinslast ist in den Produktpreisen eingerechnet.

Der Bürger muss die Zinsen auf dem einen oder anderen Weg also immer bezahlen. Je länger das Schuldgeldsystem jedoch läuft, desto größer wird die Gesamtschuldenlast im System. Das heißt die Menge an Geld, die allein für die Begleichung der Zinsen aufgebracht werden muss, steigt an. Ein immer größerer Teil der Staatseinnahmen geht also nur für Zinszahlungen dahin. Das schmälert mit der Zeit zunehmend den Handlungsspielraum für andere Projekte. Der Staat muss wiederum sehen, wie er mehr Geld eintreiben kann.

Der Arbeitnehmer sowie kleinere Firmen werden daher immer stärker zur Kasse gebeten, als Folge bleibt weniger im Geldbeutel übrig. Größere Firmen wiederum die sich monopolartig positioniert haben, erhöhen die Preise und geben damit die höheren Kosten an den Endkunden weiter. Arbeitnehmer sind oftmals nicht in der Lage in gleicher Höhe Lohnerhöhungen durchzusetzen, auch kleineren Firmen die in Konkurrenz mit den Mitbewerbern stehen ist es oftmals nicht möglich die Preise zu erhöhen, denn das Geschäft würde darunter leiden.

Um die Wirtschaftsleistung anzutreiben, werden also notfalls kreditfinanzierte Wachstumspakete geschnürt, die in der Zukunft wiederum mit höherer Steuerlast bezahlt werden müssen. Ein Teufelskreis oder anders ausgedrückt ein ungesundes System, das über kurz oder lang scheitern muss. Nämlich dann, wenn die Zinslast den zahlenden Bürger erdrückt und dieser nicht mehr in der Lage ist, seinen Lebensalltag zu bestreiten. Die Verarmung nimmt also zu, je weiter wir uns dem Ende des Systems nähern. Die wenigen die noch in der Lage sind, die höheren Kosten weiter zu geben leben weiter wie bisher. Im fortgeschrittenen Stadium dieses Systems werden jedoch immer mehr die höheren Preise nicht mehr bezahlen können. Man könnte auch einfach sagen: Solange die Schulden immer wieder erhöht werden können, geht es allen gut. Soziale Ausgaben, Wachstum, alles wird einfach auf Pump finanziert. Wenn die Schulden aber nicht mehr erhöht werden, bleiben die Zinszahlungen trotzdem fällig. Die Zahlung der Zinsen findet dann zunehmend über eine Ausbeutung der Gesellschaft statt. Denn anstatt Geschenke in Form von Konjunkturprogrammen verordnet der Staat nun Sparprogramme. Das ist einleuchtend, denn an erster Stelle müssen die Zinsen bedient werden, erst dann kommt das Wohl der Gemeinheit. Können die Zinsen nicht mehr bezahlt werden ist der Staat zahlungsunfähig und damit bankrott.

Wenn man nun vorhat die Schulden nicht mehr weiter zu erhöhen und sogar die Schuldenlast senken möchte, dann geht dies nur, indem man die Vermögen angreift. Dieser Prozess kann schleichend oder abrupt stattfinden. Schleichend geschieht es über die Inflation, die irgendwann aufgrund der stark angestiegenen Geldmenge zunimmt. Im Moment verfolgen die Länder rund um den Globus genau dieses Ziel, denn ohne höhere Inflation, stirbt das System. Eine Inflation wäre nicht das schlimmste für den durchschnittlichen Bürger mit geringem Sparvermögen, denn die Löhne würden mit anziehen. Es kostet zwar alles mehr, aber er hat auch mehr in der Tasche. Was wir jedoch aktuell sehen, ist eine Konstellation wo die Inflation lediglich in den Finanzmärkten stattfindet. Die Rohstoffpreise explodieren, damit steigen die Produktionskosten der Industrie, welche der Bürger an der Landentheke mit höheren Preisen bezahlt. Auch die Immobilien- und Mietpreise ziehen an. Was jedoch nicht stattfindet ist eine Lohnerhöhung. Vielmehr werden zunehmend Spargrogramme aufdiktiert, was die Verarmung vorantreibt.

Die Politik bedient sich weiterer Werkzeuge um das System im Endstadium solange wie möglich zu stabilisieren. Diese Neutralisierung zwischen Schulden und Guthaben findet z.B. statt über: Höhere Steuern, neue Steuern, Reichensteuer, erzwungene Vermögensabgabe für Vermögende, Schuldenschnitt. Beim Schuldenschnitt geht man direkt an die Gläubiger. Man schneidet einen Teil der Schulden einfach weg, auch als Haircut bezeichnet. Auf der anderen Seite verliert daraufhin auch jemand sein Guthaben in gleicher Höhe. Der schlimmste Fall, der von allen Vermögenden am meisten gefürchtet wird, ist die Hyperinflation, die mit einer neuen Währung endet, bzw. die alte völlig entwertet. Diese Furcht, treibt viele Anleger im Endstadium des Geldschuldensystems in Sachwerte wie Immobilien und Gold.

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