Euro Krise – Schuldenkrise der Peripherie


Die Bilder der Proteste in den Peripherieländern gingen um die Welt und viele mögen vielleicht denken, endlich erhebt sich die Masse gegen das System. Bevor man sich dieser Proteste blindlings anschließt und sich als Opfer betrachtet, sollte man lieber zuerst einmal die Fakten durchleuchten. Das Hauptproblem der Peripherieländer ist die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit bedingt durch die hohen Lohnstückkosten. Die Produktivität ist zu gering und die Löhne zu hoch. Die Gewerkschaften haben jahrelang höhere Löhne durchgesetzt, obwohl die Produktivität nicht mit gestiegen ist. Die Peripherieländer haben paradiesische Zustände genossen. Die Unternehmen verloren ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt und trotzdem stieg der Wohlstand stetig. Alles über Schulden finanziert. Die Investoren der Welt finanzierten genau diesen Misstand jahrelang, indem sie immer wieder neue Kredite bereitstellten.  Dieser Misstand muss nun mit teils erheblichen Einschnitten ausgeglichen werden. Denn nach wie vor sind die jährlichen Ausgaben höher als die Einnahmen. Den Banken wird schnell die Schuld gegeben. Die Banken jedoch gaben lediglich Kredite an ein krankes System, das von der Politik gestützt wurde. In der Politik fehlte jahrelang die Courage einen gesunden Haushalt zu führen. Schulden wurden gemacht um die Masse glücklich zu machen, man wollte wieder gewählt werden und dachte mehr an heute als an morgen. Dies ging solange gut bis die Investoren merkten, dass die Rückzahlungen möglicherweise nicht mehr stattfinden, da die Schuldenberge zu hoch wurden und die Produktivität weiter zurück ging, das System wurde schleichend immer kränker. Heute geht es nun primär darum das Vertrauen der Investoren wieder zurück zu gewinnen. Viele schimpfen auf den Finanzmarkt und die Banken. Doch die Länder sind doch selbst daran schuld, denn sie haben sich doch mit Krediten von Geldgebern abhängig gemacht. Ohne immer neue Kredite von außen, sind die Länder sofort Pleite.

Das Problem ist nun, das mangelnde Verständnis der Bevölkerung. Alle jubelten stets, wenn Politiker neue Konjunkturprogramme beschlossen um die Wirtschaft zu stützen. Ich erinnere mich noch an die Abwrackprämie in Deutschland aus dem Jahr 2009. Die Menschen die diese Förderung in Anspruch nahmen, fragten doch gar nicht wo das Geld herkommt. Sie griffen einfach zu und waren glücklich über den Geldsegen. Niemand sagte Ihnen, dass es eine Täuschung ist. Denn die Wahrheit ist doch, dass die Wirtschaft das Geld erwirtschaftet, die Politiker sind im wirtschaftlichen Sinne unproduktiv. Wenn Politiker diese Programme beschließen, muss das Geld irgendwo abgezwackt werden, i.d.R. findet dies über neue Kredite statt, diese müssen von der Bevölkerung irgendwann zurückbezahlt werden. Diese Geldsegenprogramme trieben die Länder in immer höhere Schulden.

Nun gibt es immer wieder das Argument, das die Banken sich verzockt haben und die Bevölkerung nun dafür aufkommen muss. Die Banken haben Fehler gemacht und sind zu hohe Risiken eingegangen, aber nur weil sie wussten, dass der Staat sie im Notfall retten wird, das heißt die Allgemeinheit. Aber in was haben Sie investiert? In Schulden. Die Politiker welche damals die Neuverschuldung vorangetrieben haben und glücklich waren, dass die Banken diese finanzierten – einige dieser Politiker behaupten heute, die Banken seien an allem Schuld.

Selbst der kleinste Tante Emmaladenbesitzer weiß, dass wenn die Ausgaben ständig höher sind als die Einnahmen, er  seinen Laden irgendwann verlieren wird. Da nützt es auch nichts, Konjunkturprogramme auf Pump aufzulegen im Sinne von: „Die nächsten 3 Monate alle Produkte zum halben Preis“. Gewiss in den 3 Monaten sind alle glücklich. Die Kunden bekommen die Produkte billiger und decken sich ein. Der Ladenbesitzer hat eine zufriedene Kundschaft und das Geschäft läuft gut, die Löhne der Mitarbeiter steigen und diese wiederum können sich schöne Dinge kaufen. Die Geldgeber, welche vieler solcher Konjunkturprogramme finanzierten haben sich mit der Zeit übernommen und werden misstrauisch. Nach den 3 Monaten muss der Ladenbesitzer seinen Angestellten die Löhne um 50% kürzen, mit der Begründung, dass die Lage plötzlich so schlimm geworden ist und er keine neuen Kredite mehr bekommt, die Geldgeber würden Ihn unter Druck setzen. Entweder Einsparungen oder Geldstopp. Die Angestellten gehen nun auf die Straße und protestieren gegen die Kürzungen und fordern neue Hilfsprogramme. Sie haben nicht verstanden, dass der Laden schon lange nicht mehr gesund funktionierte, die Löhne viel zu hoch waren, für das was tatsächlich produziert wurde. Eine Illusion deren Wirklichkeit viele nicht wahrhaben möchten.

 

 

 

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