Die Kaufkraftparität – KKP


Die Kaufkraftparität ist ein nicht unerheblicher fundamentaler Einfluss für die Devisenkurse. Die Kaufkraftparität beruht auf dem Gesetz der einheitlichen Preise. Das bedeutet, dass ein Produkt hierzulande genauso viel kosten sollte, wie das gleiche Produkt in einem anderen Teil der Welt. Ist dies nicht der Fall, herrscht ein Ungleichgewicht. Man geht davon aus, dass dieses Ungleichgewicht früher oder später durch das Gesetz von Angebot und Nachfrage automatisch ausgeglichen wird.

Kauft man zum Beispiel in Deutschland eine Ware im Gegenwert von 100 Euro und bekommt die gleiche Ware in der Schweiz zu einem Preis von 90 Euro, so scheint es für Kaufleute rentabel zu sein, die entsprechende Ware in der Schweiz zu kaufen und in Deutschland zu verkaufen. Der Profit wäre für den Kaufmann also bedeutend höher. Da dies die Konkurrenten ebenfalls schnell mitbekommen und diesen Vorteil für sich nutzen möchten, wird die Nachfrage in der Schweiz steigen und damit auch die Preise. Da die Ware in der Schweiz mit dem Schweizer Franken bezahlt werden muss, wird auch automatisch die Nachfrage nach dem Franken anziehen. Infolge einer erhöhten Nachfrage wird der Schweizer Franken letztendlich aufwerten.

Die Kaufkraftparität wird für sämtliche Währungen erstellt. Ein Währungspaar kann dann, nach der Kaufkraftparität überbewertet, unterbewertet oder fair bewertet sein. Doch die Wechselkurse richten sich nicht nur nach der Kaufkraftparität. Der Schweizer Franken ist dafür ein gutes Beispiel. Zum Zeitpunkt des Schreibens, liegt der faire Wert beim Währungspaar  EUR-CHF bei 1,2280. Dennoch hat die Schweizer Nationalbank große Mühe den Wechselkurs über 1,2000 zu halten. Aufgrund der Risiken in der Eurozone suchen viele Marktteilnehmer die Sicherheit im Schweizer Franken. Dieser Geldzufluss in die Schweiz lässt die Währung massiv aufwerten. Also obwohl der faire Wert nach der Kaufkraftparität über dem aktuellen Wechselkurs liegt, haben die Marktteilnehmer aktuell kein Interesse, die Sicherheit des Schweizer Frankens aufzugeben.

Weiterhin darf man nicht vergessen, dass ein internationaler Vergleich von Gütern nicht immer so einfach ist wie bei einem Hamburger von McDonald´s, der weltweit die gleiche Qualität haben sollte. Wie sieht es zum Beispiel mit Bier oder Produkten aus der Baubranche aus? Dort gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede, die einen Vergleich extrem schwierig machen. Dies ist eine Schwachstelle bei der Ermittlung der Kaufkraftparität.

Wie wird diese eigentlich erfasst? Dieser Vorgang ist sehr einfach. Man nimmt ein Produkt, wie zum Beispiel einen Apfel und bestimmt den Wert in Euro, danach tauscht man den Eurowert mit Hilfe des aktuellen Wechselkurses in eine andere Währung, wie zum Beispiel Schweizer Franken. Dann schaut man, ob man mit diesem Wert (in Schweizer Franken) in der Schweiz einen Apfel der gleichen Sorte kaufen kann. Ist dies der Fall, besteht ein faires Verhältnis.

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